Verkehrsmuseum Dresden gGmbH
Javascript ist erforderlich, um diese Karte anzuzeigen.
VERKEHRSGESCHICHTE IM JOHANNEUM
Das Johanneum hat eine mehr als 400-jährige Geschichte, die eng mit den sächsischen Kurfürsten und Königen sowie deren Sammlungen verknüpft ist. Das heute denkmalgeschützte Renaissancegebäude von 1586 ist seit seiner Entstehung mit dem Verkehr verbunden. Kurfürst Christian I. ließ das Residenzschloss in den Jahren 1586 bis 1591 vom Georgenbau her im Bereich zwischen zwei Stadtmauern nach Südosten um einen Turnierplatz und um ein Gebäude für Stallungen, Remise und Rüstkammer erweitern. Darin boten zwei Hallen im Erdgeschoss ausreichend Platz für Wagen, Kutschen und 128 Pferde. Mehrfache Umbauten – zuletzt unter dem kunstsinnigen König Johann, dessen Namen das Haus seit 1876 trägt – folgten.
Der Lange Gang, heute Standort der Schifffahrtsausstellung, wurde auf einer alten Stadtmauer errichtet. Er verband das Stallgebäude mit dem Schloss und war Schmuckfassade zum Turnierplatz (Stallhof). Als einstiger Mittelpunkt ritterlicher Spiele und Schauturniere ist er heute der älteste noch erhaltene Renaissancehof in Europa. 22 toskanische Säulen, die mit Tierköpfen und Wappen der sächsischen Herrschaften verziert sind, tragen die offene Bogenhalle. Die Fensterseite zeigt Sgraffitomalereien. An der Außenfront befindet sich der bekannte Fürstenzug.
Die Baugeschichte belegt auch die unterschiedlichen Nutzungszwecke, u.a. als Rüstkammer, Gemäldegalerie, Porzellansammlung und Historisches Museum. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Johanneum fast vollständig zerstört. 1954 begann dessen Wiederaufbau und Ausbau zum Ausstellungsgebäude. 1968 war die Rekonstruktion des Johanneums abgeschlossen.
2008 wurde mit der Fassadensanierung des Johanneums, einschließlich Fenster und Außentüren, im Neorenaissancestil (Umbauphase 1872-1876) begonnen. 2009/2010 wird das älteste Ausstellungsgebäude Dresdens in alter Schönheit erstrahlen.
Die Geschichte des Verkehrsmuseums
Das Verkehrsmuseum Dresden (VMD) gehört mit seiner über 50-jährigen Geschichte zu den jüngeren Museen Dresdens. Es wurde 1952 in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einrichtung der Hochschule für Verkehrswesen als eine der ersten Kultureinrichtungen der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet.
In seinem Ursprung und in seiner Tradition kann der Anfang des VMD aber auf 1877, den Sammlungsbeginn des späteren Sächsischen Eisenbahnmuseums, datiert werden, das bis zum Zweiten Weltkrieg im Bahnhof Dresden-Neustadt beheimatet war. Unser Museum geht somit auf eine der ältesten technischen Sammlungen Deutschlands zurück.
Die nach 1945 nur noch zum Teil vorhandenen Bestände des Sächsischen Eisenbahnmuseums wurden als erste Exponate in das künftige VMD übernommen. Die Sammlung, Sichtung und Aufbereitung von geeignetem Ausstellungsmaterial mit der Erweiterung auf alle Verkehrszweige bestimmten die Arbeit der Anfangsjahre. Erste Unterkunft des neuen Museums war ein Schuppen im Güterbahnhof Dresden-Neustadt, bevor ab 1954 mit dem Auf- und Ausbau der Ruine des Johanneums als Ausstellungsgebäude begonnen wurde.
Der erste fertig gestellte Bauabschnitt im Erdgeschoss beherbergte 1956 zur 750-Jahr-Feier Dresdens die erste Ausstellung mit dem Thema »120 Jahre sächsische Verkehrsgeschichte«. Nach weiteren Sonderausstellungen konnte 1958 mit der ständigen Ausstellung zum Eisenbahnverkehr ein Teil des Museums der Öffentlichkeit ständig zugänglich gemacht werden. Seit Eröffnung der Ausstellung zur Luftfahrt/Luftschifffahrt (1970/72) sind alle Ausstellungszweige (Eisenbahn, Kraftfahrzeuge und Fahrräder, Städtischer Nahverkehr, Schifffahrt und Luftverkehr) im Museum präsent.
Mit der Gründung des Freistaates Sachsen im Jahre 1990 erhielt das VMD den Status eines Landesmuseums. 2002 beging das VMD mit einem Festakt sein 50-jähriges Bestehen.
2006 fand ein Trägerschaftswechsel statt. Das VMD wird gGmbH.
