"Als ich ein kleiner Junge war" - ein Buchtipp
Heute habe ich einen Buchtipp für dich. Zur Zeit kann man ja auch viel lesen. Schließlich ist es schon früh dunkel und außerdem kann man schlecht heimlich unter der Bettdecke Computerspielen, nachdem die Eltern gesagt haben: "Ab ins Bett!"
Dann also doch lieber ein Buch. Spart auch noch Stromkosten.
Bei dem Buch, dass ich dir heute nahelegen will, handelt es sich um Erich Kästners "Als ich ein kleiner Junge war". Kästner war ein großer Mann und ist einer der bekanntesten Dresdner überhaupt. Am Albertplatz steht sogar, ihm zu Ehren, ein Denkmal. Hast du bestimmt schon gesehen. Das mit den vielen Büchern und dem Hut darauf, mit dem kleinen Tischlein und der Kaffeetasse.
Aber ich schweife ab. Kommen wir zurück zum Buch: Hierin schildert Kästner die Erlebnisse seiner Kindheit als Junge der Königsbrücker Straße.
Da ich das Buch gerade selber lese, will ich dir sagen, was genau mich daran fasziniert. Möglicherweise erscheint einer der Gründe auch für dich spannend. Zu allererst und ganz offensichtlicherweise, aus großem Respekt vor dem Autor aber dennoch zu erwähnen: Der Schreibstil. Kästner schafft es, mit unkomplizierter Sprache, seine Erlebnisse als Kind so darzustellen, dass Kinder Freude daran haben, sein Buch zu lesen. Aber auch Erwachsene, weil dennoch der Anspruch nicht verloren geht.
Darüber hinaus finde ich es aufregend, die Stadt, in der man lebt, literarisch wiederzuentdecken. Die Straßen und Gebäude, die Gegenden um Dresden, von denen Kästner berichtet, sind die gleichen, die auch dir und mir vertraut sind. So hat man gleich ein Bild vor Augen, wenn Kästner von der Weihnachtszeit in der Prager Straße, mit ihren vielen Lichtern und Schaufenstern erzählt.
Schlussendlich tauchst du mit dem Buch in eine ganz andere Zeit ein. Du erfährst, wie es vor 100 Jahren war, ein Kind zu sein. Wenn man davon liest, hat man den Eindruck, nichts sei gleich geblieben und alles habe sich verändert. Aber die Menschen sind immer noch Menschen. Und Kinder gab es früher und gibt es auch heute noch. Manche Sachen ändern sich eben nicht.

