Der Sächsische Landjugen e.V. beendet die Arbeit aufgrund der Kürzungspolitik

Der Sächsische Landjugen e.V. beendet die Arbeit aufgrund der Kürzungspolitik
"Die Sächsische Landjugend e.V." ist der erste Träger, welcher die drastischen Konsequenzen aufzeigt, die die sächsische Kürzungspolitik in der Kinder- und Jugendhilfe fordert. Es verlieren 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Stellen und das durch diese Mitarbeitenden aufgebaute und gepflegte Netzwerk der Kinder- und Jugendarbeit im sächsischen Raum verkümmert.

Damit schaffen die Kürzungen ein riesiges Loch innerhalb der informellen Kinder- und Jugendbildung und geben in einigen Gebieten den nationalistischen Strömungen mehr Raum zum agieren. Die politischen Entscheidungen sind in keiner Weise demokratiefördernd. Hier wird wieder auf den Rücken derer gespart, die keine wirtschaftliche Lobby für sich haben.

Untenstehend findet Ihr den offenen Brief der Landjugend und eine Einladung zur Diskussion:

Sehr geehrte KollegInnen,

um es vorweg kurz zu machen: *Die Sächsische Landjugend e.V. schließt ihren hauptamtlichen Betrieb zum Jahresende als Antwort auf die Kürzungen im Land und in Reaktion auf den Umgang des Sozialministeriums und der Landespolitik mit uns.* Das ist ein schwerer Schritt und daher fragen wir heute nach Eurer Solidarität. Wir wollen Euch am Montag um fünf nach zwölf in die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit *einladen* zu einem Gespräch zu den Hintergründen und der Bewertung unseres Schrittes.

Was treibt uns?

Die Sächsische Landjugend e.V. (SLJ) wird auf Grund der Kürzungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe die Arbeit zum Ende des Jahres einstellen. Trotz mehrfacher Gespräche mit dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMSV) konnte keine Lösung für den Erhalt der hauptamtlichen Verbandsstrukturen unter vernünftigen Bedingungen gefunden werden. In den letzten 20 Jahren war die SLJ insbesondere für die Jugendarbeit, aber auch das Engagement junger Menschen im ländlichen Raum mit verschiedenen Projekten und Maßnahmen aktiv. Am 31. Dezember 2011 ist nun Schluss und 9 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen gehen. Vorstand und Geschäftsführung sagen: *Kürzungspolitik muss Folgen haben!*

Wir sind nicht mehr in der Lage, mit den dramatisch zurückgehenden Fördermitteln unsere hohe Professionalität in der Arbeit mit und für Kinder, Jugendliche und Familien in den ländlichen Räumen zu halten. Wir sind nicht mehr bereit, auf Transparenz und Einbeziehung von Seiten des Sozialministeriums in die Ausgestaltung von Kürzungen zu warten. Und wir sind wütend über diffamierende Äußerungen über Jugendarbeit und JugendarbeiterInnen von Seiten politisch Verantwortlicher im Land Sachsen.

Wir legen Euch eine Erklärung bei, die zeigen soll, wie wir die Situation der Förderung und der Arbeitsbedingungen sehen, welche Folgen ein "Weiter so" hätte und was wir unternommen haben, um Änderungen an der Situation zu erwirken. Um diesen deutlichen Schritt mit Euch genauer zu besprechen, laden wir Euch nun ein:

*am Montag, den 27.06.2011 um 12.05 Uhr

in die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (ehs), Semperstraße 2 a, 3. Etage Hörsaal

um gemeinsam mit

  • Dr. Martin Rudolph (TU Dresden)
  • Wencke Trumpold (Kinder- und Jugendring Sachsen)
  • Hartmut Mann (Der PARITÄTISCHE Sachsen)
  • Björn Redmann (Sächsische Landjugend)*

diesen Schritt und die grundlegenden Ausgangsbedingungen von Jugendarbeit in Sachsen zu diskutieren. Wir sind uns dessen bewusst, dass diese Einladung recht kurzfristig kommt, hoffen aber trotzdem und inständig, Euch und Sie dort begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen, Björn Redmann

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